"Crows". | photo by Autor & Theater- und Filmregisseur & Komponist S. Ugovsky-Strassburger | © 2015 All rights reserved
Krähen sind viel von Mythen umrankt und nicht selten werden sie mit dunken Seiten des Lebens wie dem Tod oder Schattenwelten in Verbindung gebracht. In Märchen z.B., werden sie oft in der Nähe von Hexen oder unheimlichen Wäldern plaziert. Der Film "The Crow" zeigt die assoziative Verbindung von uns Menschen zu Krähen ganz deutlich. Dabei sind es hoch-intellegente und sozial sehr komplexe Wesen. Und nicht überall ist der Rabenvogel Unglücksbringer und Botschafter des Todes. In der nordischen Mythologie zum Beispiel symbolisiert der Rabe die Weisheit. | © 2015 All rights reserved
Patrick Swayze: Der Tod ist immer bei uns (Und doch scheint er uns fremd zu sein) -
Es ist immer das Gleiche. Es scheint fast jedes Jahr so, als sterben dieses Jahr mehr namentlich oder persönlich bekannte Menschen als zuvor. Man könnte sagen "wie am Fließband". Oder kommt es einem nur so vor? - "Jedes Jahr sterben vielen Menschen", heißt es dann meist als Antwort von deinem Gegenüber, welches sich gerade gern als weise geben möchte. Aber ich spreche von einem Gefühl. Und Gefühle sind nicht rational. Ich denke es liegt daran, dass man im zunehmenden Alter mehr darauf achtet. "Fallen um wie die Fliegen", hätte man früher scherzhaft gesagt. Nicht selten hörte man früher auch oft die Alten sagen: "Die Einschläge kommen immer näher ..." . Eine Redewendung aus Kriegszeiten, wie man sich denken kann, aber, auch wenn ich solche übergebliebenen Sprachkonstrukte nicht sonderlich mag, "treffender" kann man es kaum ausdrücken.
Von namhaften Filmemachern, Autoren und Theaterleuten über bekannte Medienpersonen in der Politik und Kultur bis hinzu Schauspielern, Pop-Stars aber auch Menschen im unmittelbaren Umfeld, je älter man wird um so mehr denkt man "viele von Ihnen sind dieses Jahr gestorben". Gefühlt schienen es dieses Jahr - anders als im vorherigen - mehr zu sein.
Wir haben hier ja bereits zum Medienrummel um den Tod von Michael Jackson herum Stellung bezogen und vertreten auch immer noch die Meinung, dass bei allen Pro und Contra zu Persönlichkeiten und dem Medienhype um ihren Tod herum: letztendlich ist da gerade ein Mensch gestorben. Egal ob bekannt oder unbekannt. Das ist Anlass genug für ein wenig Bedenkzeit und Respekt dem Leben und dem Menschen gegenüber. Vor allem für die Hinterbliebenen, die das Drum-Herum mit aushalten müssen. Dann heißt es oft: "es sterben doch jeden Tag Menschen". Ja, aber davon weiß ich eventuell nichts. Und wenn, dann empfinde ich das Gleiche.
Heute Nacht traf es das nächste Schicksal: der bekannte Schauspieler Patrick Swayze erlag seinem tragischen Krebsleiden nach 2 Jahren Diagnose und dennoch unerschöpflichem Optimismus, wenn man ihn dazu befragte. Die Szene, in der Patrick Swayze sich seiner Film-Ehefrau Demi Moore in "Ghost" an einer Töpferscheibe nähert weil er als verstorbener Geist versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen, gilt bis heute als eine der erotischsten und meistzitierten Szenen der Filmgeschichte. Er war kein Star und wollte auch keiner sein. Er liebte einfach das Leben. Umso tragischer: Heute Nacht erlag er seinem Krebs. Die wenigen bekannten Filme mit ihm (z.B.: Dirty Dancing, Ghost) waren Welterfolge, aber zeugten auch von einem Menschen, dem das Leben näher war als Hollywood. Sehr sympathisch. Mir wird flau im Bauch wenn ich daran denke, wie sehr sich seine heutige Ehefrau und jetzige Witwe diesen Filmmoment aus "Ghost" vielleicht gerade in diesem Moment in die Realität wünscht. Sie liebten das gemeinsame Reiten und Fliegen. Ich habe einen Kloß im Hals.
Die "Anti-Emos", wie ich sie gern nenne, die das alles albern finden wollen und versuchen den Eindruck zu erwecken über all den Dingen zu stehen, z.B. wenn der Tod einer bekannten Medien-Persönlichkeit thematisiert wurde, tun mir im Grunde meines Herzens ein wenig leid. Es hat nichts mit Intellekt oder etwa damit zu tun, dass man den Medienrummel durchschaue, es hat schlichtweg etwas mit Empathie-Fähigkeit zu tun. Die kann von Bereich zu Bereich bei jedem Einzelnen unterschiedlich stark ausfallen. Ich habe leider wenig Bereiche finden können, in denen ich die Fähigkeit nicht besäße. Somit muss ich wohl in Kauf nehmen dass, jedes mal wenn Menschen durch Tod voneinander getrennt werden, ich wie aus den pink bemalten Seiten eines Kinder-Poesiealbums entnommen, aufrichtig mit ein paar Tränen kämpfe ...
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